„Einfach Unverpackt“ einkaufen ohne Plastik

Gestern habe ich es endlich geschafft, den „Einfach unverpackt“ Laden in der Leipziger Südvorstadt aufzusuchen. Und, was soll ich sagen – ich war begeistert!

Betritt man den Laden und schlendert durch die Verkaufsräume, kann man sich an alte Krämerläden erinnert fühlen. Denn so, wie einkaufen vor noch gar nicht allzu langer Zeit funktioniert haben muss, klappt es auch hier: Überall hängen Bulk Bins, gefüllt mit Müsli, Kaffee, Trockenfrüchten oder auch Nudeln rum. Abgefüllt werden die in die eigenen, mitgebrachten Gefäße (vorheriges Wiegen nicht vergessen!). An der Kasse wird das Leergewicht abgezogen und man zahlt nur den Inhalt, total „einfach“ eben.

Und nicht nur ich bin fasziniert, die ganze Zeit, in der ich da bin, ist gut was los. Immer wieder finden sich Studenten, junge Eltern mit Kindern aber auch ältere Herrschaften zwischen den Regalen. Bestaunen zum Beispiel wie ich die Kosmetikecke, wo man von A wie Abwaschmittel bis Z wie Zahnpasta alles verpackungsfrei bekommt. Letztere in kleinen Tabletten, die man vor dem Zähneputzen zerkaut und im Mund behält.

„Der Laden an sich ist ja auch einfach schön, muss ich sagen. Also es gibt einfach alles ein Mal. Du brauchst nicht ne riesen Auswahl. Du hast einmal Walnüsse, du hast ein, zwei, drei verschiedene Sorten Mehl – klar, halt zwei, drei verschiedene Sorten Klopapier aber es ist halt alles – Wow! – Es ist alles bio, nachhaltig, regional, saisonal. Und auf sowas will ich einfach setzen, weil ich glaube das ist in Zukunft genau das Wichtige, was wir brauchen“, erzählt Anna, die wie ich aus Halle kommt und trotzdem seit einer Weile regelmäßig zum Einkaufen nach Leipzig fährt.

Ladenbesitzer Pierre hat, zusammen mit seiner Freundin, den Laden aus genau diesen Motiven eröffnet. Es geht ihm darum, Lebensmittelverschwendung zu reduzieren und klar – Müll einzusparen. Für den gesamten Laden fallen an Kunststoffabfällen nur so viel an, wie in einem durchschnittlichen Zwei-Personen-Haushalt, nicht schlecht. Zudem werden die Produkte so regional wie möglich bezogen, Quinoa kommt statt aus Peru aus Deutschland, die Eier aus Gera, das Gemüse aus dem Leipziger Umland.

Was ich an mir selbst gleich beobachten konnte, ist, dass das Einkaufen hier sehr viel überlegter stattfindet: Ich habe nur drei Gefäße mitgebracht, also schaffen es Müsli, Nudeln und rote Linsen in meinen Einkaufskorb. Beim nächsten Mal will ich mich an der Gewürztheke umschauen, beschließe ich beim Gehen.

Übrigens, und hier kommt eine letzter Überraschungsmoment meines Urlaubs in Rumänien: Hier sind die Spender, in denen man sich seine eigenen Gefäße mit Trockenprodukten wie Müsli oder Nüssen füllen kann, sogar im Supermarkt keine Seltenheit. Selbst in der Tiefkühlabteilung habe ich Gemüse und auch Fisch unverpackt gesehen. Und das bei Penny! Vielleicht ist das ja eine Entwicklung, die sich auch in Deutschlands Supermärkten bald etabliert. Ich zumindest würde es begrüßen, was denkt ihr?

Ich wünsche euch ein schönes Wochenende!

Käthe

4 Kommentare zu „„Einfach Unverpackt“ einkaufen ohne Plastik

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