Nachhaltige Haarpflege: Ich will die Haare schön!

bty

Ich hab die Haare schön.

Sofort fällt mir bei diesem Satz die DSDS-Kandidatin Johanna ein. Eigentlich schaue ich kein DSDS, weil ich dieses Format furchtbar menschenverachtend finde und es eh keine Superstars hervorbringt. Bei jedem Satz von Dieter Bohlen stirbt ein Teil von mir. Wie man solch verletzende Dinge, zu Menschen sagen kann und dafür noch im Fernsehen gefeiert wird, ist mir unverständlich. Aber ungeachtet dessen ist es doch bemerkenswert, wie selbstverständlich Johanna eine Hymne über ihre Haare singt. Meine Haare hauen mich jetzt nicht so vom Hocker. Ich habe noch keine Hymnen gesungen. Dabei habe ich schon sämtliches ausprobiert, es bleiben halt immer einfach nur Haare.

Das erste Problem ist schon mal die Struktur meiner Haare, die sind weder glatt, noch sind sie lockig. Ich schwanke immer Mal zwischen klassischen Beachwaves (aber auch nur an sehr guten Tagen!) und einem Look, der einfach immer aussieht, wie frisch aufgestanden und als Erstes in eine Steckdose gefasst. Ich habe viele Haare, aber das einzelne Haar ist sehr dünn, was dazu führt, dass sie einfach ewig brauchen, bis es getrocknet ist. Daher lasse ich meine Haare selten einfach so an der Luft trocknen, meistens föhne ich sie trocken, besonders im Winter, weil es da noch länger dauert. Um Euch mal die Situation deutlich zu machen, ich habe mir am Sonntag um 10 Uhr morgens, die Haare gewaschen und nicht geföhnt, beim Kaffee trinken um 16 Uhr waren sie immer noch klamm. Also muss ich sie föhnen, wenn es schnell gehen muss. Jedoch stört mich das eher weniger, da sie dann wenigstens besser liegen. Außerdem mag ich eigentlich dieses ganz leicht ausgetrocknete Gefühl in den Haaren, weil sie dann für mich wirklich frisch aussehen und sich auch so anfühlen. Es gibt nichts Schlimmeres für mich als dieses überpflegte Haargefühl, direkt nach dem Friseurbesuch. Auch Haarkuren und Spülungen nutze ich deswegen nicht. Wenn ich wirklich mal das Bedürfnis nach mehr Pflege habe, dann nutze ich Kokosöl. Jedes andere Öl geht natürlich auch. Ich nehme dann reichlich Öl, massiere es in meine Haare und Kopfhaut ein und lass es über Nacht einwirken. Am nächsten Morgen wasche ich dann meine Haare. Meistens wasche ich dann gleich zweimal, damit auch wirklich kein Öl zurückbleibt. Eine andere Variante ist, in das frisch gewaschene, noch nasse Haar etwas Kokosöl einzumassieren. Aber: Ganz wenig nehmen, sonst könnt ihr eure Haare gleich wieder waschen.

bty

Seitdem ich auf der Ökoschiene fahre, habe ich inzwischen ein paar Sachen ausprobiert und ich bin von nichts wirklich restlos überzeugt. Meine Suche nach dem Heiligen Gral für Haare begann bei Codecheck, erst auf der Homepage und dann habe ich mir noch die kostenlose App heruntergeladen. Und, oh mein Gott, ich nutze sie wirklich richtig gerne. In der App kann man einfach den Barcode eines Produktes einscannen und dann werden einem die Inhaltsstoffe angezeigt. Dabei wird dann angezeigt, ob die Inhaltsstoffe bedenklich oder unbedenklich sind. Zwei Tage lang bin ich nur durch unsere Wohnung gelaufen und habe sämtliche Produkte gecheckt. Das Ergebnis war ziemlich ernüchternd, aber davon ein andermal.

Auf der Suche nach dem perfekten Shampoo scannte ich mich dann den nächsten Tag durch das komplette Shampooregal bei Rossmann. Schiefe Blicke der anderen Kunden und auch der Mitarbeiter inklusive. Im Endeffekt kaufte ich lavera Apfel Shampoo. Inzwischen habe ich die Flasche mit meinem Freund aufgebraucht und wir können uns eine Meinung über das Produkt bilden. Mein Freund hat Probleme mit Schuppen, ihm hat das Shampoo überhaupt nicht gefallen und er würde es auch nicht nochmal nachkaufen. Ich fand das Shampoo nicht schlecht, nicht mehr, aber eben auch nicht weniger. Am besten war der Geruch. Ich liebe es, wenn Shampoos nach Apfel riechen. Es ist genau die richtige Mischung aus einem frischen, aber nicht zu süßen Duft. Ich brauchte jedoch relativ viel Produkt pro Waschgang, da es sich schwer verteilen lässt. Wenn ich es nicht wirklich extrem gewissenhaft einmassiert habe, konnte es vorkommen, dass manche Stellen nicht wirklich frisch gewaschen aussahen, nach dem Trocknen. Mal schnell vor der Uni noch Haare waschen, gestaltete sich somit eher schwierig. Richtig furchtbar fand ich jedoch die Verpackung. Die ging wirklich schwer auf und zu, außerdem ist es natürlich eine Plastikverpackung. Auf ihrer Homepage weißt lavera Naturkosmetik aber darauf hin, dass sie sich für Klimaprojekte, z. B. in Kenia engagieren. Außerdem versuchen sie wenigstens die Pappschachteln, in denen manche Produkte verkauft werden, klimaneutral zu produzieren. Jedoch frage ich mich, warum manche Produkte überhaupt in einem Karton verkauft werden müssen, aber das wäre wieder ein anderes Thema. Wenigstens machen sie keine Tierversuche, dabei handelt es sich bei mir um ein sehr wichtiges Kriterium.

Meine nächste Station auf der Suche führte mich zu DM. Wieder führte ich die gesamte Prozedur des Scannens durch. Diesmal kaufte ich schließlich von alverde Naturkosmetik das Nutri-Care Shampoo mit Bio-Mandel und Bio-Argan. Auf der Verpackung klebt ein Sticker mit der Aufschrift „Öko-Test sehr gut“. Dieses Shampoo habe ich noch nicht so lange getestet, jedoch denke ich, dass ich es nicht mag. Als Erstes gefällt mir der Geruch nicht. Zweitens ist es mir zu reichhaltig, wie oben schon erwähnt, ich mag zu weiche Haare einfach nicht. Ich bin so paranoid und bilde mir dann ein, dass meine Haare fettig wirken, wenn sie durch ihre Pflege zu stark glänzen. Somit werde ich das Shampoo nur noch aufbrauchen und dann nicht nachkaufen. Was ich jedoch an dem Produkt sehr viel besser fand als an dem von lavera, war die Verpackung. Sie ging sehr leicht auf, außerdem besteht die Flasche aus mindestens 98 % Recycling-Material (ohne Verschluss) und ist selbst wieder recycelbar.

dav

Auch das Haarewaschen ganz ohne Shampoo, habe ich immer mal wieder getestet. Wenn ich mich im Sommer einfach nur frisch machen möchte, dann reicht es mir, meine Haare einfach mit Wasser abzuspülen. Vorausgesetzt meine Haare sind nicht fettig, sondern ich habe lediglich geschwitzt, z.B. nach dem Sport.

Wenn meine Haare fettig sind, reicht mir jedoch nicht nur Wasser. Daher habe ich endlich auch mal zu Roggenmehl gegriffen. Wahrscheinlich ist Roggenmehl, als Mittel zum Haar waschen, inzwischen ziemlich bekannt. Selbst wenn man es noch nicht ausprobiert hat, kennt inzwischen jeder jemanden, der wen kennt, der einem schon einmal von dieser Möglichkeit berichtet hat. Diese Möglichkeit gefällt mir tatsächlich besser als die beiden getesteten Shampoos. Dabei nimmt man einfach 2-3 Esslöffel Roggenmehl und vermischt diese mit etwas Wasser. Ich mag dabei eher eine sirupartige Konsistenz, zu fest lässt es sich für mich schwerer verteilen. Diese Mischung gebe ich sofort in meine nassen Haare und verteile sie sehr gründlich, danach lasse ich es kurz einwirken, wie eine Haarspülung. Dann muss es sehr gründlich ausgespült werden, damit keine Mehlklumpen im Haar hängen bleiben. In vielen Erfahrungsberichten zu Roggenmehl als Shampooersatz steht, dass die Masse etwas stehen soll (ca. 10-15 Minuten), bevor man es sich sprichwörtlich in die Haare schmiert. Diese Zeit halte ich jedoch nie ein, weil ich einfach zu ungeduldig bin und nicht gern auf Dinge warte. Es funktioniert trotzdem. Außerdem habe ich sowohl Roggenmehl als auch Roggenvollkornmehl ausprobiert. Ich nutze lieber Vollkornmehl. Ich finde, es lässt sich besser verteilen und die Konsistenz der Mehlpampe ist irgendwie angenehmer für mich. Außerdem lässt es sich auch leichter ausspülen und es bleiben weniger Rückstände im Haar zurück. Ich habe jedoch auch schon gelesen, dass manchen Vollkornmehl zu reichhaltig ist und die Haare somit schneller nachfetten. Mir ist am Ergebnis kein Unterschied zwischen der Verwendung von Roggenmehl und Roggenvollkornmehl aufgefallen.

dav

Egal, mit was ich meine Haare wasche, das Intervall zwischen den Haarwäschen ist seit Jahren gleich. Ich muss meine Haare aller 2-3 Tage waschen. Alles, was darüber hinausgeht, bringt Mützenpflicht mit sich. Obwohl ich ganz zufrieden mit dem Ergebnis von Roggenmehl bin, kommt es für mich nicht infrage ausschließlich mit Roggenmehl zu waschen. Alle 1-2 Wochen möchte ich trotzdem richtig frisch gewaschene und vor allem gut duftende Haare haben. Als Nächstes werde ich wohl feste Shampoos und Haarseifen testen und danach meine Meinung dazu mit Euch teilen.

Zum Schluss möchte ich Euch noch einen Artikel auf BuzzFeed zum Thema Haaren zeigen. Denn mein Haartrauma hängt definitiv mit meiner Disneyobsession zusammen. Disney gab mir eine vollkommen unrealistische Vorstellung von Haaren. Alle Prinzessinnen haben rund um die Uhr perfekt sitzende Frisuren und ein Volumen, für das ich töten würde. Selbst Arielle und die schwimmt, verdammt noch mal, die meiste Zeit im Wasser …

Natürlich nehme ich gerne Tipps und Anregungen von Euch entgegen und würde mich über Kommentare freuen. Ich wünsche Euch noch eine schöne Woche und freue mich schon auf nächsten Dienstag. Bis dahin, Susi.

6 Kommentare zu „Nachhaltige Haarpflege: Ich will die Haare schön!

Gib deinen ab

  1. Hi. Ich habe einige Zeit Haarseife verwendet und war damit ganz zufrieden. Du musst nur daran denken, hinterher einebsaure Rinse zu machen, d.h. eine Spülung mit 3 EL Essig oder Zitronensaft auf 1L Wasser, um die Seifenkalkreste rückstandslos aus den Haaren zu entfernen. Bei extrem kalkhaltigem Wasser funktioniert das manchmal trotzdem nicht. Darum verwende ich seit dem Umzug wieder festes Shampoo… Lg Pip

    Gefällt mir

    1. Hey Pip, danke für deinen Kommentar (das ist mein erster überhaupt auf dem Blog :D) Das mit der sauren Rinse hab ich schon im Zusammenhang mit dem Roggenmehl ein paar mal gelesen, aber nicht ausprobiert, weil ich ehrlich gesagt zu viel Scheu vor dem Essiggeruch in meinen Haaren habe. Muss das denn unbedingt nach Haarseife sein, gibt es da keine andere Möglichkeit? Ich denke dann würde ich eher mal festes Shampoo probieren. Lg. Susi

      Gefällt 1 Person

      1. Das ist wirklich nicht schlimm. Bis du die Haare geföhnt hast, ist der Geruch verflogen. Schließlich ist der Essig ja stark verdünnt. Wenn es dir lieber ist, kannst du stattdessen auch Zitronensaft nehmen.

        Gefällt 1 Person

  2. Ich habe die Roggenmehl-Variante jetzt auch ausprobiert und muss gestehen, dass das erste Mal ein ganz schönes Chaos war. Beim nächsten Mal werde ich auf jeden Fall weniger Mehl nehmen und es erst in der Dusche anrühren. War nämlich gut damit beschäftigt, das Mehl hinterher wieder überall wegzubekommen was dann zu nem krassen Wasserverbrauch geführt hat – also nicht Sinn der Sache. 😀

    Aber das Ergebnis hat mir gefallen. Meine Vermutung war, dass meine Haare sehr viel trockener/ spröder sein würden, was nicht der Fall war.

    Danke für den Tipp Susi!

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s

Create a website or blog at WordPress.com

Nach oben ↑

%d Bloggern gefällt das: