Guerilla Gardening: Samenbomben über Halle

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Erde, Tonerde, Blumensamen und Wasser – zack fertig, Samenbomben. Die kleinen, braunen Kügelchen sind eine der „Waffen“ des Guerilla Gardenings. Schnell über Mauern und Zäune, auf unbegrünte Flächen, Verkehrsinseln, oder öffentliche Grünanlagen geworfen, blühen sie auf und machen triste Orte ein Stückchen bunter.

Die Idee der Samenbomben, so sagt man, stammt von den alten Ägyptern. Durch die Bällchen konnten sie ihr Land, nach dem jährlichen Nilhochwasser, schneller bewirtschaften. Mitte des 20. Jahrhunderts wurde dieser Gedanke von dem japanischen Reisbauer Fukuoka Masanobu aufgegriffen. Er warf die Samenbomben nicht nur auf seine Felder, sondern beispielsweise auch an den Straßenrand. Dahinter steckt die Philosophie der Nichts-Tun-Landwirtschaft. Hierbei geht man davon aus, dass die Natur selbst in der Lage ist, sich zu erhalten und es keiner menschlichen Eingriffe bedarf. Was wächst, wird geerntet – egal wo. Als in den 1970er-Jahren das Guerilla Gardening in New York aufkam, nutzte die Bewegung eben diese Bällchen, um graue, brachgelegte Flächen zu verschönern.

Angespornt von diesen Ideen haben Käthe und Ich uns eines Nachmittags daran gemacht, selbst Samenbomben herzustellen. Ja, es war eine matschige Angelegenheit -aber wann habt ihr das letzte Mal so richtig genüsslich im Dreck gewühlt? Spaß macht es auf jeden Fall!

Nachdem unsere Kunstwerke in der Sonne getrocknet waren, sind wir mit offenen Augen durch die Hallesche Innenstadt geradelt. Obwohl es schon viele farbenfrohe Ecken und Blumenkästen gibt, haben wir einige Stellen gefunden, die noch unsere Hilfe benötigten. Dabei sind wir immer kreativer geworden. Und, das muss ich zugeben, wie kleine Aktivisten haben wir uns auch ein wenig gefühlt. Als Test habe ich eine Bombe Zuhause eingepflanzt und halte den Fortschritt für Euch fest. Ich bin gespannt!

Insgesamt war es eine gelungene und witzige Aktion, die man auf jeden Fall wiederholen sollte. Spätestens am nächsten ersten Mai. Da ist nicht nämlich nicht nur Tag der Arbeit, sondern auch International Sunflower Guerrilla Gardening Day. Übrigens finde ich, dass sich die Saatbomben besonders gut zum Verschenken eignen – Geburtstagsblümchen zum selber pflanzen, das hat doch was.

Hier noch einmal das Rezept für ca. 20 Samenbomben: 

 

 

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Samen (1 Teil)
gute Blumenerde (3-5 Teile)
Tonerde (3-5 Teile)
Wasser   (1 Teil)
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Nehmt am besten einheimische Blumensorten, die haben die größten Wachstumsmöglichkeiten und sind unempfindlich. Zum Beispiel Sonnenblumen, Ringelblumen, Mohn, Lupinen etc.

 

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Tonerde bekommt ihr in einer gut sortieren Drogerie oder Apotheke
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Der Mix aus Erde und Ton schützt die Samen.
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Alles gut in einer Schüssel vermengen. Einen Teil Wasser hinzufügen. Falls die Masse zu feucht ist, gebt etwas trockene Erde dazu.
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Masse zu walnussgroßen Kugeln formen.
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Ein, zwei Tage trocknen lassen, gerne Draußen. Vor direkter Sonneneinstrahlung oder Nässe sollte man die Bällchen allerdings schützen. Falls es schnell gehen muss, könnt ihr sie einfach in den Backofen (50 Grad) schieben.
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Rausgehen und werfen.

 

 

 

 

 

 

 

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